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Auf der Zielrampe in Daun strahlten Olaf Dobberkau und seine Co-Pilotin und Lebensgefährtin Alexandra König mit der Sonne um die Wette. Das Paar aus Thüringen hatte unter schwierigen Bedingungen im Porsche 911 GT3 die ADAC Eifel-Rallye gewonnen. Die anspruchsvollen Asphaltprüfungen der Vulkaneifel sind normalerweise ein optimales Jagdrevier für den bärenstarken Hecktriebler. Doch die wechselnden Witterungsbedingungen mit Regenschauern sorgten oft für wenig Grip auf dem Asphalt und boten einen klaren Vorteil für die Allrad-Fraktion. Wie schon beim Shakedown am Donnerstag in Neichen war auch die Auftaktprüfung am Freitag in und um Sarmersbach trocken. Mit einer souveränen Best-zeit setzte sich Dobberkau an die Spitze. „Als ich dann am Samstagmorgen aus dem Hotel-fenster den Regen sah, war mir klar, das kann nicht funktionieren“, ging der lange Schleusinger wenig erwartungsfroh auf die nächste Etappe. Nach einem Dreher auf der ersten Prüfung verlor er die Führung, konnte dann aber selbst auf regennassen Strecken Bestzeiten fahren. Dobberkau profitierte zudem von den Fehlern der Konkurrenz und feierte den ersten Sieg eines Porsche 911 GT3 in der zehnjährigen Geschichte der Eifel-Rallye.
Innerhalb des Laufes zur Deutschen Rallye-Meisterschaft mit 99 Startern konnten auch die Teams anderer Serien überzeugen. Die Wertung zur Youngtimer-Trophy ging an Georg Berlandy / Peter Schaaf (Stromberg /
Mayen) im Opel Ascona A vor den Lokalmatadoren Jürgen Lenarz / Ralf Müller (Sarmersbach / Deutesfeld) im Opel Kadett C Coupe.
Bei den Selbstzündern der HJS Diesel-Masters gewannen Holger Knöbel / Stefanie Frit-zensmeier (Rheda-Wiedenbrück) vor dem amtierenden Meister Daniel Schmidt (Har-tensteim) mit Co Harald Brock (Meinerzhagen) im Skoda Fabia RS.
Beim Shakedown, einem letzten Test unter Wettbewerbsbedingungen, waren Björn Schlö-mer und Benedikt Saxler aus Daun am Donnerstag noch verantwortlich für die sportliche Durchführung. Ab Freitag reihten sich die Youngster dann selbst ins Teilnehmerfeld ein. Im kleinen Citroën Saxo VTS fuhren sie bei ihrer Eifel-Premiere bis auf Platz 22 der Gesamtwertung nach vorne und gewannen souverän ihre Wertungsklasse.
Einen absoluten Augen- und Ohrenschmaus boten die Teams der Eifel-Historic Rallyeparty. Das größte rollende Rallye-Museum der Welt lockte viele der über 20.000 Fans zusätzlich in die Eifel. Der von Initiator Reinhard Klein erstmals veranstaltete Historic-Abend sorgte schon am Donnerstag für ein volles Haus im Forum Daun. Neben den Informationen in Wort und Bild über legendäre Rallye-Boliden begeisterten vor allem die Film-Ausschnitte des österreichischen Kult-Filmers Helmut Deimel.
Spannung in der Deutschen Rallye-Meisterschaft Für Olaf Dobberkau und Co-Pilotin Alexandra König (Porsche 911 GT3) war der Erfolg in der Eifel der zweite DRM-Sieg nacheinander. Nur 8,9 Sekunden trennten Dobberkau und die zweitplatzierten Sandro Wallenwein / Pauli Zeitlhofer (Stuttgart / Österreich, Subaru Impreza N15) nach 13 WPs über 138,43 km bei der Zielankunft in Daun. Die schnellsten Rallyeteams Deutschlands lieferten sich ein packendes Sekundenduell, in das auch ein überragend auftrumpfender Gaststarter eingreifen konnte:
Der Belgier Bruno Thiry konnte mit seinem Co-Piloten Nicolas Gilsoul im eigentlich unterlegenen Citroën C2 R2 Max das Straucheln gleich mehrer Favoriten nutzen und fuhr auf die dritte Position. Bei der technischen Untersuchung nach der Veranstaltung wurde jedoch ein unerlaubtes Bauteil am Citroen des Belgiers entdeckt. Gegen den erfolgten Wertungsausschluss kündigte Thiry Berufung an, so dass das Ergebnis der ADAC Eifel-Rallye 2009 ab dem dritten Platz bis zur endgültigen Entscheidung provisorisch ist.
In der DRM-Tabelle liegt vor dem sechsten Lauf im Rahmen der ADAC Saarland-Rallye wei-terhin der Oelsnitzer Peter Corazza (Mitsubishi Lancer Evo 7, 106 Punkte) in Front, der als Viertplatzierter gewertet wurde. Sandro Wallenwein machte kräftig Boden gut und liegt mit nur noch vier Punkten Rückstand auf der zweiten Position. Dritter ist Mitsubishi-Pilot Hermann Gaßner junior (Surheim, 96 Punkte).
„An dieses Ergebnis könnte ich mich gewöhnen“, lachte Olaf Dobberkau im Ziel der Eifel-Rallye. „Auf den letzten WPs sind wir 110 Prozent gefahren und es hat gereicht – das ist auch das Ergebnis einer klasse Leistung des ganzen Teams und meiner Co-Pilotin und Lebensgefährtin.“ Schon am Freitagabend hatte der Schleusinger mit seiner Bestzeit auf der Prolog-WP eine Duftmarke gesetzt und war als Führender in die zweite Etappe gestartet. Am Samstagmorgen musste er sich allerdings dem stark auftrumpfenden Wallenwein beugen, der zeitweise die Führung übernehmen konnte. Dobberkau eroberte gegen Mittag die Spitzenposition zurück, die er bis in das Ziel nicht mehr hergab. „Wahnsinn! Ich hatte nicht damit gerechnet, bei diesen feuchten WPs das Tempo so gut mitgehen zu können“, so der Porsche-Pilot. Auch sein Haupt-Konkurrent konnte sich mit der knappen Niederlage arrangieren: „Die Freude über unseren zweiten Platz und das erste Podiumsergebnis in der Eifel überwiegt über das Gefühl der verpassten Chance, ganz oben auf dem Podest zu stehen“, sagte Sandro Wallenwein im Ziel. „Es war eine unglaublich ereignisreiche und sehr anstrengende Rallye. In der Meisterschaft sind wir bis auf vier Punkte an Peter Corazza herangekommen und jetzt geht es ins Saarland. Diese Rallye liegt uns sehr, dort konnten wir in den vergangenen beiden Jahren gewinnen.“
Mitfavoriten im Pech
Wenig Glück hatten in der Eifel die Hauptkonkurrenten der beiden Erstplatzierten. Her-mann Gaßner junior, der sich als Meisterschaftszweiter Hoffnung auf die Übernahme der Gesamtführung gemacht hatte, konnte sich bis zum Samstagnachmittag in der Spitzen-gruppe halten, verlor aber durch die Folgen eines Ausritts viel Zeit und landete schließlich nur an sechster Position. Sein Vater, der amtierende Meister Hermann Gaßner hatte sich anschließend in die vordersten Plätze vorarbeiten können, musste aber eine Prüfung vor Schluss mit einem Motorschaden aufgeben. Glück im Unglück hatte dagegen der alte und neue Tabellenleader Peter Corazza (Oelsnitz): Er verlor vor den drei finalen WPs nach einem Ausrutscher fast zwei Minuten, konnte sich jedoch wieder bis auf die vierte Position vorarbeiten. „Ich freue mich riesig, dass wir die Führung behaupten konnten. Jetzt haben wir es für die beiden verbleibenden DRM-Läufe richtig spannend gemacht – mehr konnten wir an diesem Wochenende nicht bieten.“
Mohe wiederholt Sieg in der Division 2
Einen spannenden Kampf lieferten sich bei der ADAC-Eifel-Rallye die Teams der Division 2, deren Schlagabtausch durch einen starken Gaststarter aus der Junior-Rallye-Weltmeisterschaft bereichert wurde:
Aaron Burkart (Konstanz) nutzte mit Co-Pilot Michael Kölbach (Winterwerb) im Suzuki Swift S1600 die Gelegenheit zu einem Testeinsatz mit Blick auf die Asphalt-Pisten der Rallye Catalunya. Er konnte das Geschehen mit bestimmen, verlor die Führung aber durch eine unglückliche Reifenwahl. Die so entstandene Chance nutzten Carsten Mohe / André Kachel (Crottendorf / Golmsdorf, Renault Clio R3) zum Angriff auf die Spitze und holten als hervorragende Fünftplatzierte den Divisionssieg. „Aaron hat es drei Prüfungen vor Schluss noch spannend gemacht, wir konnten die Situation nutzen“, freute sich Mohe anschließend. Als Drittplatierte liefen Mirko Tautenhahn und Mario Weber (Zwickau) im Ziel ein, die damit ein erfolgreiches Debüt ihres erstmals eingesetzten Honda Civic R3 feierten. Weniger Glück hatte der Essener Tim Stebani, der mit Co-Pilot Frank Christian (Oberhausen) im Opel Corsa OPC nach einem Unfall auf WP 6 ausschied.
Stimmen im Ziel
Olaf Dobberkau / Alexandra König (Porsche 911 GT3)
„Wir wussten dass es eng werden würde, Sandro ist eine starke Rallye gefahren. Auf dem zweiten Durchgang der Lehwald-WP war er 35 Sekunden schneller als beim ersten Durchgang. Aber wir sind die letzten WPs auch mit 110 Prozent gefahren und es hat gereicht – es war ein toller Fight.
Wahnsinn! Ich hatte nicht damit gerechnet, bei diesen feuchten WPs so mitfahren zu können. Es hat sogar bei Regen zu Bestzeiten gereicht. An dieses Ergebnis könnte ich mich gewöhnen. Das ist auch das Ergebnis einer Klasseleistung des ganzen Teams und meiner Co-Pilotin und Lebensgefährtin. Vor der Saarland-Rallye ist die DRM jetzt noch spannender geworden.“
Sandro Wallenwein / Pauli Zeitlhofer (Subaru Impreza N15)
„Die Freude über unseren zweiten Platz und das erste Podiumsergebnis in der Eifel überwiegt über das Gefühl der verpassten Chance, ganz oben auf dem Podest zu stehen. Es war eine unglaublich ereignisreiche und sehr anstrengende Rallye. Unser Vorteil war wohl, dass wir konstant schnell unterwegs waren und keinen Fehler gemacht haben. In der Meisterschaft sind wir so bis auf vier Punkte an Peter Corazza heran gekommen und jetzt geht es in’s Saarland. Diese Rallye liegt uns sehr, denn dort konnten wir in den vergangenen beiden Jahren gewinnen.“
Peter Corazza / Ronald Bauer (Mitsubishi Lancer E7)
„War das ein Kampf! Die Eifel-Rallye mag mich irgendwie nicht. Das sind so schöne WPs hier und wir haben so wenig Glück! Trotz allem freue ich mich natürlich riesig, dass wir die Führung behaupten konnten. Jetzt haben wir es für die beiden verbleibenden DRM-Läufe richtig spannend gemacht – mehr konnten wir an diesem Wochenende nicht bieten.“
Bruno Thiry / Niclas Gilsoul (Citroen C2 R2 max)
„Ich hätte nie gedacht, dass ich mit diesem Auto auf einen Podiumsplatz fahren kann. Das Geheimnis war keinen Fehler zu machen und bei diesen schwierigen Bedingungen keine Fehler zu machen. Da hat mir meine große Routine sicherlich sehr geholfen.“
Hermann Gaßner junior / Kathi Wüstenhagen (Mitsubishi Lancer E9)
„Ich bin sehr enttäuscht. Aber nach dem Unfall haben wir noch das Beste aus der Situation gemacht und unsere Chancen in der Meisterschaft erhalten. Es tut weh, hier im Ziel zu stehen und zu wissen, das man auch hätte gewinnen können.“
Christian Riedemann / Oliver Bobrink (Citroen C2 R2)
„Ich hätte lieber ein regenfreies Wochenende gehabt. Sobald nämlich die Pisten trocken waren, lagen wir hier vor Felix Herbold. Im Nassen passte unser Set-up nicht richtig, da hatte ich nicht das richtige Vertrauen in’s Auto. Gegen Bruno Thiry hatten wir alle keine Chance, der fährt aber auch in einer anderen Welt. Dafür nehmen wir auch positiv aus dem Wochenende mit, dass abgesehen davon die DRM-Starter in dieser enorm stark besetzten Klasse vorne lagen. Ich finde, das sagt auch etwas über das Niveau unserer Meisterschaft.“
Carsten Mohe / André Kachel (Renault Clio R3)
„Aaron hat es drei Prüfungen vor Schluss noch spannend gemacht, wir konnten die Chance nutzen, die sich uns bot. Nachdem in Sachsen schon der Knoten geplatzt ist lief es auch hier richtig gut. Bei dem riesigen Vorsprung an Fahr- und Wettbewerbspraxis hätte ich Aaron deutlicher vorne vermutet.“
Aaron Burkart / Michael Kölbach (Suzuki Swift S1600)
„Am Ende ist es für uns dumm gelaufen. Wir haben uns auf allen Prüfungen am Samstag-nachmittag mit den Reifen verpokert. Das hat zu ein paar big moments geführt – ist ja auch klar, wenn man mit Trockenreifen im Regen unterwegs ist. Auf der anderen Seiten konnten wir viel ausprobieren und zum Beispiel Reifenvarianten unter verschiedenen äußeren Bedingungen testen. In der WM wartet jetzt zuerst einmal die Rallye Finnland. Das wird ganz schön happig, und wir werden versuchen, den Anschluss nicht zu verlieren. Danach kommt die Catalunya, für die wir an diesem Wochenende vieles testen konnten. Dort wollen wir voll angreifen.“
Weitere Infos zum Rallye-Event in der Eifel gibt unter www.eifel-rallye.de. Im Pressebereich finden Sie dort auch weitere Infos über das Geschehen während der Veranstaltung.
ADAC Eifel Rallye
Endstand nach 13 Wertungsprüfungen (138,43 Kilometern)
!! aufgrund eines laufenden Berufungsverfahrens ist das Resultat ab Platz 3 vorläufig !!
1. Olaf Dobberkau/Alexandra König (Schleusingen)
Porsche 911 GT3, Div. 1 1:24:17,7 Stunden.
2. Sandro Wallenwein/Pauli Zeitlhofer (Stuttgart/Österreich),
Subaru Impreza N14, Div. 1 + 0:08,9 Minuten.
3. Bruno Thiry / Nicolas Gilsoul (B),
Citroen C2R2max, Div. 3 + 2:08,9 Minuten.
4. Peter Corazza/Ronald Bauer (Oelsnitz/Neumark),
Mitsubishi Lancer, Div. 1 + 2:24,4 Minuten.
5. Carsten Mohe / Rene Kachel (Crottendorf/Golmsdorf),
Renault Clio R3, Div. 2 + 3:31,8 Minuten.
6. Hermann Gaßner jr./Kathi Wüstenhagen (Surheim/Freilassing)
Mitsubishi Lancer, Div. 1 + 3:33,3 Minuten.
7. Aaron Burkart / Michael Kölbach (Berlin / Winterwerb),
Suzuki Swift S1600, Div. 2 + 3:33,6 Minuten.
8. Felix Herbold/Kevin Zemanik (Ismaning/Plauen)
Citroen C2R2, Div. 3 + 3:55,6 Minuten.
9. Patrick Gengler / Katja Gengler (Luxemburg),
Subaru Impreza, + 4:00,5 Minuten
10. Christian Riedemann / Oliver Bobrink (Sulingen / Uchte),
Citroen C2R2, Div. 3 + 4:09,1 Minuten.
Stand Deutsche Rallye-Meisterschaft nach 5 von 7 Läufen
1 Corazza/Bauer 3 Mitsubishi Lancer E7 1 106
2 Wallenwein Sandro/Zeitlhofer 2 Subaru Impreza STI 1 102
3 Gaßner, jun./Wüstenhagen 4 Mitsubishi Lancer E9 1 96
4 Herbold/Zemanik 26 Citroën C2R2max 3 92
5 Dobberkau/König 5 Porsche 911 GT3 1 87
6 Kößler/Haner 31 Suzuki Swift Sport 4 85
7 Riedemann/Bobrink 27 Citroën C2R2 3 74
8 Arellano/Stockmar 30 Suzuki Swift Sport 4 67
9 Mysliwietz/Schumacher 25 Citroën C2R2max 3 51
10 Mohe/Kachel 15 Renault Clio R3 Maxi 2 47










